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Ganz gleich, ob Sie ein fertiges Haus kaufen oder sich eines bauen lassen, ganz sicher, ob die Handwerker sauber gearbeitet haben können Sie nie sein. Wenn Sie eine Immobilie besichtigen, können Sie nur die Oberflächen mit bloßem Auge beurteilen: Ist der Putz ordentlich ausgeführt? Gefallen die Farben? Gegebenenfalls können Sie auch noch mit Zollstock und Wasserwaage nachprüfen, ob die Wände gerade sind. Ob aber auch die Dampfsperren überall korrekt angeschlossen sind, Dichtungen richtig anliegen und alle Ecken und Winkel konsequent gedämmt wurden, das können Sie nicht sehen, da solche Details zum Zeitpunkt der Übergabe in der Regel bereits hinter Putz, Gipskartonplatten oder Holzverkleidungen verschwunden sind. Wie es diesbezüglich um Ihr Haus bestellt ist spüren Sie erst abends, wenn Sie vor dem Fernseher zur Ruhe kommen oder bei einer gemütlichen Kaffeerunde mit Gästen, wenn sich alle beklagen, dass es zieht.
Damit Sie nicht in einem Haus leben müssen, in dem Türen zuknallen, ohne dass Sie mehrere Fenster zur Querlüftung geöffnet haben, bei Sturm Bilder von den Wänden fallen und Sie einen steifen Nacken wegen permanenter Zugluft bekommen, sollten Sie einen Blower-Door-Test (auch Luchtdichtheitsprüfung genannt) in Auftrag geben.
Das Prinzip der Blower-Door ist einfach: In die Öffnung einer Außentür oder eines Fensters wird luftdicht angeschlossen ein starker Ventilator eingebaut, der nach außen entlüftet. Alle Fenster und Türen des Hauses müssen geschlossen sein. Der Ventilator der Blower-Door erzeugt im Haus einen Unterdruck von 50 Pascal gegenüber dem der Außenluft. Damit diese Druckdifferenz aufrecht erhalten werden kann, muss der Ventilator eine bestimmte Luftmenge fördern, deren Größenordnung von den Undichtigkeiten (Leckagen) in der Gebäudeaußenhülle abhängt. Der auf diesem Weg ermittelte Leckagestrom kann zum Beispiel zum Gebäudevolumen ins Verhältnis gesetzt werden. Dieser sogenannte n50-Wert gibt an, wie oft bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal in einer Stunde die gesamte Innenluft ausgetauscht wird. Zulässige Grenzwerte sind in der DIN 4108-7 und der Energieeinsparverordnung (EnEV) angegeben. Wie im Detail eine Messung durchzuführen ist, regelt die DIN EN 13829. Auch der im Rahmen der EnEV geforderte Dichtheitsnachweis verweist ausdrücklich auf diese Norm.
Aufgrund des schweren Gerätes ist die Blower-Door-Messung als Ergänzung zur einfachen Hauskaufberatung nicht üblich, aber auf ausdrücklichen Wunsch durchaus machbar. Wirklich sinnvoll und unbedingt zu empfehlen ist eine Blower-Door-Messung, wenn Sie sich ein Haus neu bauen oder Ihr Haus umfassend energetisch moderniseren lassen haben und die mit dem Bauunternehmer vereinbarte Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Die Blower-Door-Messung ist ein zuverlässiges Instrument zur Qualitätssicherung am Bau, da sie effektiv Fusch, aber auch grobe Planungsfehler, in Bezug auf die energetischen Aspekte des Hausbaus aufdeckt und in Form der Leckagestromangabe in Zahlen ausdrücken kann.
Zudem bietet das Blower-Door-Verfahren gegenüber der Thermografie den großen Vorteil, das es auch im Sommer belastbare Ergebnisse liefert. Wenn in dem betrachteten Haus Undichtigkeiten vorliegen, pfeift es bei einem Unterdruck vom 50 Pascal sprichwörtlich aus allen Ritzen. Wenn Sie an den Wänden entlang gehen, können Sie bei größeren Leckagen den Luftzug deutlich spüren. Kleinere Undichtigkeiten lassen zumindest eine Kerzenflamme heftig tanzen.
Werden im Rahmen der Blower-Door-Messung die zulässigen Grenzwerte nach EnEV überschritten und haben Sie Gewährleistung auf die Bauleistung, so können Sie mit diesem Ergebnissen die Handwerker zur Verantwortung ziehen und Mangelbeseitigung fordern. Auf Dauer können Sie sich so eine Menge Ärger und vor allem Energiekosten sparen!
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